Labordiagnostik ganzheitlich

Labordiagnostik ist ein machtvolles medizinisches Erkenntnisinstrument. Es hilft mir, die inneren Prozesse, die im Organismus ablaufen, besser zu verstehen. Dieses Bild ist immer ein ganzheitlicher Eindruck, dessen Gehalt sich unabhängig von der möglichen Kompliziertheit der Details am Ende in einem einfachen Kernsatz zusammenfassen lässt. Das ist auch das Ziel der ganzheitlichen Interpretation von Laboranalysen, nämlich jenseits von Krankheitsbenennung und Diagnose das individuelle Kranksein des Patienten zu verstehen und ihn dann ursachenorientiert ganzheitlich behandeln zu können. Die Basis dafür bietet eine umfangreiche Analyse mit ca. 70 Laborwerte.

Der Unterschied zur klassischen Laboranalyse liegt in der analog sinnhaften Deutung der einzelnen Werte. Wenn wir unterstellen, dass Körper, Seele und Geist eine Einheit ist, finden wir alle körperlichen Symptome oder physiologisch ablaufende Prozesse auch analog auf seelisch-geistiger Ebene. Jeder einzelne Tropfen Blut enthält somit die Information des ganzen Menschen. Laborwerte werden nicht mehr nur funktionell interpretiert, sondern als Ausdruck bestimmter Lebensprozesse oder Lebensbedürfnisse gelesen.

Die analoge psychische Interpretation ist nur eine Seite der ganzheitlichen Laborinterpretation. Bedeutsam ist auch die systemische Betrachtung der organischen Funktionen untereinander. So kann eine Störung der Schilddrüse durch einen Eisenmangel, Kupferüberschuss, Progesteronmangel oder Stau im Gallenfluss ausgelöst werden. Die häufig diagnostizierte Autoimmunerkrankung „Hashimotothyreoiditis“ finden wir in Verbindung mit einer mangelnden Ich- Entwicklung im 9. bis 12. Lebensjahr (es fehlte der familiäre Rückhalt) oder auch einem Leaky Gut (löchriger Darm). Zusammenhänge zu erkennen ermöglichen einen erweiterten therapeutischen Ansatzpunkt. Diese ganzheitliche Sichtweise macht Medizin zu einem individuellen Betrachten und Erkennen des Patienten.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“
*Aristoteles 384-322 v. Chr.